70% des BIP des Fussballs in Europa erwirtschaftet, wie FIFA-Präsident Gianni Infantino betont
„Amerikaner sollten an den Sport in Amerika glauben“, so Gianni Infantino
Einnahmen aus der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ für die globale Fussballförderung
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat eindringlich zu höheren Investitionen in den Fussball aufgerufen, auch in den USA, um diesen Sport wirklich zu globalisieren.
In seiner Rede bei der 29. Ausgabe der jährlichen Milken Institute Global Conference in Los Angeles (USA), bei der über 4000 Teilnehmende und 900 Referenten dringende globale Probleme erörterten, hat Gianni Infantino das ungenutzte wirtschaftliche Potenzial des Fussballs ausserhalb seiner traditionellen Hochburgen hervorgehoben.
Vor einflussreichen Investoren und Wirtschaftsführern im Hotel Waldorf Astoria Beverly Hills wies der FIFA-Präsident darauf hin, dass das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Fussballs zwar jährlich etwa USD 300 Milliarden betrage, nach wie vor aber weitgehend in Europa erwirtschaftet werde.
„Das weltweite Bruttoinlandsprodukt des Fussballs beläuft sich auf rund USD 300 Milliarden pro Jahr, was ziemlich beachtlich ist, oder? Nicht riesig, aber ziemlich gross“, erklärte Gianni Infantino.
„Interessant ist, dass 70% davon in Europa generiert werden, während nur 3% auf die USA entfallen. Wenn die USA 3% – nicht 100% – dessen, was Europa leistet, erreichen würden, würde das für das BIP des Fussballs in den USA meiner Meinung nach rund USD 100 Milliarden pro Jahr bedeuten.“
Der FIFA-Präsident rief die Amerikaner dazu auf, in den Fussball in ihrem Land zu investieren, anstatt sich auf europäische Klubs zu konzentrieren, wie es derzeit der Fall sei.
„Es ist wirklich erstaunlich, dass die Amerikaner im Sport nicht an Amerika glauben. Das ist für mich unverständlich“, betonte er.
Gianni Infantino äusserte die Hoffnung, dass die Major League Soccer (MLS) ihr Wachstum fortsetzen und sich zu einer weltweit wettbewerbsfähigen Liga entwickeln werde.
„Die MLS ist seit 1994 stark gewachsen – von 10 auf 30 Teams“, sagte er. „Sie wächst, muss jetzt aber die nächste Stufe erreichen. Als FIFA-Präsident möchte ich, dass die MLS als Liga in den USA mit den besten Ligen in Europa mithält. Das Gleiche möchte ich für die Ligen in China, Saudi-Arabien und anderen Teilen der Welt, weil der Fussball nur so wirklich global wird.“
Der FIFA-Präsident rief Investoren dazu auf, Spitzenspieler in die USA zu holen und mehr einheimische Talente zu fördern.
„Investoren in den USA müssen an den US-Fussball glauben, in den Sport investieren und natürlich Spieler holen – und zwar die besten“, fügte er hinzu. „[Lionel] Messi beweist es. Aber man kann sich nicht nur auf einen Spieler verlassen. Man muss die besten Spieler holen und auch fördern.“
Mit Blick auf die erste FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ mit 48 Teams diesen Sommer sagte Gianni Infantino, dass das Turnier die weltweite Fussballförderung mitfinanzieren und enorme wirtschaftliche Auswirkungen haben werde, indem schätzungsweise 800 000 Arbeitsplätze geschaffen und weltweit USD 80 Milliarden erwirtschaftet würden.
„Die FIFA ist eine gemeinnützige Organisation und reinvestiert daher all ihre Einnahmen in den Fussball rund um den Globus, in Afrika, Asien, Mittelamerika, der Karibik, Ozeanien – schlicht überall auf der Welt“, sagte er mit Verweis auf die 211 Mitgliedsverbänden der FIFA.
„Mit der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft haben wir alle vier Jahre während eines Monats eine Veranstaltung, die Einnahmen generiert. Danach investieren wir diese Einnahmen während 47 Monaten in Frauen- und Jugendwettbewerbe sowie Entwicklungsprogramme und finanzieren damit Ligen und Fussballverbände auf der ganzen Welt.“
„Ohne die Einnahmen aus einer Veranstaltung wie der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft gäbe es in 150 Ländern wahrscheinlich keinen Fussball, wie wir ihnen kennen, das heisst strukturierten und organisierten Fussball“, merkte er an.
Der FIFA-Präsident erinnerte auch an den enormen sozialen Wert des Sports und bezeichnete die FIFA als offiziellen Glücksbringer der Menschheit.
„Geschätzte Investoren: Was gibt es Besseres, als in Glück zu investieren? Wenn Sie in die FIFA investieren, investieren Sie in Glück, die Welt, Kinder und unsere Zukunft“, sagte er zum Schluss.