Eduardo Amaya nach 1970 auch 2026 ehrenamtlicher Helfer bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™
71-Jähriger zusammen mit Ehefrau Verónica Bracho beim Turnier im Einsatz
Paar sehr gerne im FIFA-Team der ehrenamtlichen Helfer
Hinter den Tausenden von ehrenamtlichen Helfern, die die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ mit Leib und Seele in ein wahrhaft aussergewöhnliches Ereignis verwandeln, verbergen sich Hunderte Geschichten.
Viele dieser Geschichten aus der mexikanischen Stadt Monterrey haben einen Bezug zu den beiden vorangegangenen Weltmeisterschaften, die 1970 und 1986 im Land ausgetragen wurden. Allerdings dürfte es nicht viele Einheimische geben, die beide Turniere aus eigener Erfahrung kennen.
Eduardo Amaya ist eine der wenigen Ausnahmen. Der 71-Jährige gehört bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ zum Zugangsmanagementteam im Monterrey-Stadion und ist damit nach 1970, als er erst 15 Jahre alt war, zum zweiten Mal ehrenamtlicher Helfer bei einer WM.
„Das war ein fantastisches Erlebnis. Zusammen mit fünf Freunden durfte ich damals beim Turnier im Pressebereich des Aztekenstadions mithelfen“, sagt Amaya.
„Wir mussten dafür einiges in Kauf nehmen, zum Beispiel früher aus der Schule gehen und pünktlich sein, damit wir die Journalisten unterstützen konnten. Damals war alles noch viel einfacher. Heute herrschen ganz andere Dimensionen.“
„1970 gab es Schreibtische, Schreibmaschinen, einen Krug mit Wasser und Pappbecher. Man gelangte direkt auf die Tribünen. Es gab weder hochmoderne Akkreditierungsausweise noch Sicherheitskontrollen, wie wir sie heute kennen. Es ist kaum zu fassen, was sich binnen 56 Jahren alles verändert hat.“
Beim Schwelgen in Erinnerungen hebt Amaya einen Aspekt hervor, der bei jedem FIFA-Turnier ein Markenzeichen der ehrenamtlichen Helfer ist:
„Die Kameradschaft zeichnet die ehrenamtlichen Helfer damals wie heute aus. Wir waren Pfadfinder und dort, um zu helfen. Wir haben uns alle blendend verstanden. Wir haben getan, was von uns verlangt wurde, und konnten uns unter die Journalisten mischen. Es war etwas ganz Besonderes.“
Verónica Bracho hat beim neuerlichen Einsatz ihres Mannes eine entscheidende Rolle gespielt und ermutigt ihn nun auch dazu, seine Erlebnisse als ehrenamtlicher Helfer mit anderen zu teilen.
„Wenn ich auf 1970 zurückblicke, erinnere ich mich an die Begeisterung der Fans, den Einzug meiner Nationalmannschaft in die K.-o.-Phase und an die „Mexiko, Mexiko“-Sprechchöre im Aztekenstadion“, erzählt Amaya. „Das war grossartig. Nach dem Turnier konnte ich sagen: ,Ich habe meinen Teil dazu beigetragen, dass alles noch ein wenig reibungsloser abgelaufen ist.‘ Man kann sich nichts Schöneres vorstellen.“
Die treibende Kraft hinter der Bewerbung des Paares für die diesjährige FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ war Bracho.
„Ich sagte zu ihm: ‚Warum bewerben wir uns nicht als ehrenamtliche Helfer, jetzt, wo wir wieder zu Hause sind?‘ Wir haben niemandem von der Bewerbung erzählt, weil wir nicht wussten, was daraus wird“, erklärt sie. „Wir haben uns gleichzeitig beworben und uns gegenseitig unterstützt.“
„Eduardo kennt dieses Fussballspektakel bereits von 1970 und 1986. Jetzt wollte ich die Erfahrung mit ihm teilen und sagte zu ihm: ,Du warst schon ehrenamtlicher Helfer, ich möchte das auch gern machen.‘ Als Paar haben wir so etwas noch nie erlebt. Es war einfach unglaublich“, schwärmt die aus Monterrey stammende Bracho.
Während des Turniers stand Bracho am internationalen Flughafen von Monterrey im Einsatz, wo sie die ansteckende Begeisterung der jungen, aus aller Welt stammenden ehrenamtlichen Helfer in vollen Zügen genossen hat.
„Es ist einfach toll, mit ehrenamtlichen Helfern jeden Alters und aus aller Welt zusammenzuarbeiten. Die meisten von ihnen sind sehr jung. Ich könnte glatt ihre Mutter sein!“, lacht Bracho. „Es war grossartig, von ihnen Tipps zu erhalten, mich auf ihre Sprache einzulassen und mich von ihrer Begeisterung und Energie anstecken zu lassen.“
„Ich habe es auch sehr genossen, Fans aller Nationalmannschaften in Monterrey zu treffen, mit ihnen zu feiern und für sie da zu sein. Ich hatte wirklich viel Spass mit all diesen Leuten.“
„Das ist für uns sehr inspirierend. Wir sind jetzt Teil einer grossen Familie. Man trifft Menschen mit soliden Wertvorstellungen. Jede nette Geste kommt zurück“, betont Amaya.
Nach 1970 war der eingefleischte Mexiko-Fan auch 16 Jahre später mittendrin, als die grösste Show auf Erden in sein Heimatland zurückkehrte. Dieses Mal sass er aber auf der Tribüne. Aufgrund beruflicher Verpflichtungen weilte er in Mexiko-Stadt, wo er die Spiele verfolgen konnte. So wurde er Zeuge von Momenten, die in die Geschichte eingingen.
„1970 habe ich miterlebt, wie Pelé mit dem Pokal im Aztekenstadion herumstolzierte, und 1986, wie Diego Maradona die Trophäe in die Höhe stemmte. Ich erinnere mich auch an das Tor des Jahrhunderts. Zusammen mit meinem Bruder Hugo war ich beim denkwürdigen Spiel zwischen Argentinien und England dabei. Als sich Maradona den Ball etwa an der Mittellinie schnappte, sagte ich zu meinem Bruder: ,Pass auf, das wird ein Tor!‘, und genau so kam es. Das war wie ein Traum – ein unglaublicher Spielzug und Abschluss.“
Monterrey bot eine perfekte Kulisse und war damit ein mehr als würdiger WM-Spielort.
„Von meinen Eindrücken vom Flughafen her glaube ich, dass viele Leute zum ersten Mal in Monterrey sind. Hier ist es nicht so touristisch wie in anderen Gegenden des Landes“, sagt Bracho. „Die Menschen entdecken die Stadt und die Entwicklung und werden ihre Zeit in Monterrey nie vergessen.“
Die von Javier Aguirre trainierte mexikanische Mannschaft steht nach einer makellosen Serie im Achtelfinale und hat mit ihren Auftritten die Herzen der Menschen erobert.
„Wir haben eine echte Chance“ grinst Amaya. „Wir setzen grosse Hoffnungen in diese Mannschaft, und was ich bisher gesehen habe, hat mir wirklich gefallen.“